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Webentwicklung · 5. Oktober 2026 · 9 Min.

Website-Relaunch: Planung, SEO und Checkliste für Unternehmen

Die Website wirkt veraltet, Leistungen haben sich verändert oder Anfragen bleiben aus. Ein Relaunch kann dann sinnvoll sein. Doch mit dem neuen Design wechseln oft auch Texte, Seitenadressen und technische Abläufe. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie den Umbau vorbereiten, bestehende Sichtbarkeit berücksichtigen und die neue Website so prüfen, dass aus einem schönen Entwurf ein verlässlicher Auftritt wird.

Papiermodelle von Website-Seiten mit burgunderfarbenen Verbindungen, Lupe und Checkliste
Ein Relaunch ordnet den Auftritt neu und berücksichtigt die Verbindungen, die bereits bestehen. KI-generierte Konzeptillustration.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Klären Sie zuerst, welches Problem der Relaunch lösen soll. Manchmal reichen gezielte Verbesserungen.
  • Erfassen Sie bestehende Seiten und ihre Aufgabe, bevor Sie Navigation oder Adressen verändern.
  • Planen Sie Inhalte, Weiterleitungen, Formulare und Messung gemeinsam mit dem Design.
  • Zum Projekt gehören die Prüfung vor dem Start und die Begleitung nach dem Launch.

Wann lohnt sich ein Relaunch?

Ein Relaunch ist eine grundlegende Überarbeitung einer bestehenden Website. Dabei können Gestaltung, Inhalte, Struktur oder Technik verändert werden. Wenn nur einzelne Texte überholt sind oder ein Formular schlecht funktioniert, muss deshalb noch nicht der gesamte Auftritt ersetzt werden.

Beschreiben Sie zunächst das konkrete Problem: Besucher verstehen eine neue Leistung nicht, die mobile Navigation ist umständlich oder das Team kann Inhalte nur mit großem Aufwand pflegen. Prüfen Sie, ob sich dieses Problem im vorhandenen System lösen lässt. Ein kompletter Umbau lohnt sich eher, wenn mehrere grundlegende Anforderungen nicht mehr zusammenpassen.

Legen Sie ein nachvollziehbares Ziel fest. „Moderner aussehen“ ist schwer zu bewerten. „Interessenten finden jede Kernleistung und können dazu eine passende Anfrage senden“ gibt dem Projekt eine klare Richtung. Eine neue Gestaltung ist ein Mittel, um dieses Ziel zu erreichen.

Was muss vor dem Umbau bekannt sein?

Erstellen Sie eine Bestandsaufnahme mit Seitenadressen, wichtigen Inhalten, Downloads und Funktionen. Ergänzen Sie pro Seite die Zielgruppe und den nächsten gewünschten Schritt. So erkennen Sie, welche Inhalte zusammengehören und wo Besucher heute zusätzliche Erklärungen benötigen.

Schauen Sie auch auf vorhandene Daten: Welche Seiten erhalten Suchimpressionen und Klicks? Wo beginnen Anfragen? Welche Angebote werden tatsächlich nachgefragt? Dokumentieren Sie Zeitraum und Filter Ihrer Auswertung. Ein Vergleich über zwei gleich lange Zeiträume ist aussagekräftiger als ein einzelner guter Tag. Bei saisonalem Geschäft hilft zusätzlich der Blick auf dieselbe Jahreszeit.

Eine wenig besuchte Seite kann trotzdem wichtig sein, etwa eine technische Produktinformation, die im Vertrieb verschickt wird. Besprechen Sie die Bestandsaufnahme deshalb mit den Menschen, die täglich Kundenfragen beantworten. Suchdaten und Geschäftswissen ergänzen sich.

Wie viel muss wirklich neu werden?

Trennen Sie Entscheidungen über Design, Inhalte, Funktionen und das technische System. Ein neues Erscheinungsbild erfordert nicht automatisch eine neue Domain. Auch ein Wechsel des Systems ist kein Selbstzweck: Er sollte beispielsweise die Pflege erleichtern oder benötigte Funktionen ermöglichen.

Schreiben Sie für das Angebot auf, was zum Start enthalten sein muss und was später ergänzt werden kann. Dazu gehören Seitenzahl, Sprachen, Formulare, Buchung, Shop, Schnittstellen und die Übernahme bestehender Inhalte. Benennen Sie eine Person, die Entscheidungen und Rückmeldungen im Unternehmen bündelt.

Wenn viele Änderungen anstehen, planen Sie prüfbare Etappen. Zuerst eine wichtige Leistungsseite und den Kontaktweg durchzuarbeiten, macht offene Fragen früh sichtbar. Danach lassen sich weitere Seiten auf einer abgestimmten Grundlage umsetzen.

Welche Inhalte sollten bleiben?

Bewerten Sie vorhandene Texte nach ihrer Aufgabe: Erklären sie das Angebot, beantworten sie echte Fragen oder belegen sie Erfahrung? Solche Inhalte sollten nicht allein wegen eines neuen Layouts verschwinden. Veraltete Angaben, doppelte Absätze und allgemeine Werbefloskeln können Sie dagegen gezielt überarbeiten.

Stellen Sie sich einen regionalen Dienstleister mit drei unterschiedlichen Angeboten vor. Werden diese beim Relaunch in einem kurzen Startseitenabsatz zusammengefasst, fehlt Interessenten möglicherweise genau die Detailseite, die ihre Frage beantwortet. Ein sinnvoller Entwurf erhält die wichtigen Themen und verbessert ihre Darstellung.

Planen Sie auch Bilder und Nachweise: aktuelle Projektfotos, verständliche Leistungsbeispiele und korrekt benannte Ansprechpartner. Jede wichtige Seite braucht einen passenden Kontaktweg. Verweise auf ergänzende Leistungen oder einen Ratgeber helfen dort, wo sie eine weitere Frage beantworten.

Was passiert mit alten URLs?

Eine URL ist die Adresse einer Seite. Wenn eine bestehende Adresse weiterhin gut zur Leistung passt, können Sie diese beim Relaunch beibehalten. Ändert sie sich, braucht es eine bewusste Zuordnung zum neuen Inhalt.

Google empfiehlt bei einem Umzug eine Liste alter und neuer URLs, aktualisierte interne Links und passende Canonical-Angaben. Diese kennzeichnen die bevorzugte Adresse eines Inhalts. Prüfen Sie außerdem, dass die Sitemap die vorgesehenen neuen Seiten enthält.

Für Ihre Planung reicht zunächst eine einfache Tabelle mit vier Spalten: bisherige Adresse, neue Adresse, Entscheidung und zuständige Person. Mögliche Entscheidungen sind „bleibt“, „wird zusammengeführt“, „zieht um“ und „entfällt“. Prüfen Sie die Zuordnung nicht nur technisch: Eine Seite über Wartung sollte weiterhin bei Informationen zur Wartung ankommen.

Quelle: Google Search Central: Website-Umzüge und URL-Zuordnung

Wie funktionieren Weiterleitungen?

Eine Weiterleitung führt Besucher einer alten Adresse automatisch zur passenden neuen Seite. Für dauerhafte Umzüge nennt Google serverseitige 301- oder 308-Weiterleitungen. Das Ziel sollte inhaltlich passen und direkt erreichbar sein.

Leiten Sie nicht pauschal alle alten Adressen zur Startseite. Google warnt vor vielen Weiterleitungen auf ein irrelevantes gemeinsames Ziel. Wenn ein Inhalt ersatzlos entfällt, kann eine echte 404- oder 410-Antwort angemessen sein. Für URL-Umzüge empfiehlt Google, Weiterleitungen im Allgemeinen mindestens ein Jahr beizubehalten.

Ein Beispiel mit fiktiven Adressen: Aus „/leistungen/webdesign-alt“ wird „/leistungen/webentwicklung“. Die alte Adresse führt direkt zur neuen Leistungsseite. Menü und interne Links werden ebenfalls angepasst. Testen Sie anschließend sowohl die alte Adresse als auch das Ziel, statt nur zu kontrollieren, ob eine Regel im System eingetragen wurde.

Quelle: Google Search Central: Weiterleitungen und Google Suche

Quelle: Google Search Central: Ziele und Dauer von Weiterleitungen bei Umzügen

Wie wird die Testversion geprüft?

Besprechen Sie vorab, wer die Vorschau sehen darf. Ein Passwortschutz kann den Zugang begrenzen; „noindex“ verhindert bei unterstützenden Suchmaschinen die Indexierung, schützt aber keine vertraulichen Inhalte. Google muss eine öffentlich zugängliche Seite abrufen können, um die noindex-Anweisung zu erkennen. Eine zusätzliche Sperre in robots.txt kann das verhindern.

Für die Freigabe brauchen Sie eine eigene Prüfung der späteren Live-Einstellungen. Seiten, die gefunden werden sollen, dürfen nicht versehentlich die noindex-Anweisung der Vorschau übernehmen. Prüfen Sie Seitentitel, Beschreibungen und die bevorzugten Seitenadressen anhand der tatsächlich ausgelieferten Website.

Gehen Sie außerdem die wichtigsten Besucherwege auf Telefon und Computer durch. Sind Überschriften lesbar? Bleiben Wörter möglichst zusammen? Lassen sich Menü, Links und Formular auch per Tastatur bedienen? Eine Vorschau ist erst dann hilfreich, wenn sie mit echten Inhalten und realistischen Bildschirmgrößen geprüft wurde.

Quelle: Google Search Central: Indexierung mit noindex verhindern

Was ist mit Formularen und Tracking?

Eine optisch gelungene Kontaktseite reicht nicht. Senden Sie eine deutlich als Test gekennzeichnete Anfrage und verfolgen Sie den gesamten Weg: Bestätigung im Browser, Eingang beim Team und gegebenenfalls Übertragung in das CRM. Kontrollieren Sie Pflichtfelder, Fehlermeldungen und den Umgang mit einem Übertragungsfehler.

Wenn Sie erfolgreiche Anfragen messen, prüfen Sie nach dem Umbau die Auslösung erneut. Ein Klick auf den Absenden-Button ist noch keine erfolgreich übermittelte Anfrage. Achten Sie außerdem auf doppelte Ereignisse und stimmen Sie die Messung mit Ihrer Einwilligungslösung ab.

Auch laufende Werbung gehört in den Startplan. Anzeigen, Sitelinks und andere Kampagnenverweise müssen passende, funktionierende Ziele erreichen. Halten Sie fest, wer nach dem Launch Konten, Zielseiten und neue Kontakte prüft. So endet die Verantwortung nicht bei der sichtbaren Website.

Wie wichtig sind mobile Ansicht und Tempo?

Beginnen Sie die Abnahme mit einer typischen Aufgabe auf dem Smartphone: eine Leistung finden, ein Beispiel ansehen und Kontakt aufnehmen. Prüfen Sie kurze und lange Texte, Navigation, Telefonnummern und Formulare. Große Überschriften sollten den Inhalt gliedern, ohne einzelne Wörter mitten im Wort zu zerlegen.

Die Core Web Vitals helfen, Ladeverhalten, Reaktionsfähigkeit und unerwartete Layoutverschiebungen zu beurteilen. Gute Schwellen liegen laut web.dev bei LCP bis 2,5 Sekunden, INP bis 200 Millisekunden und CLS bis 0,1, jeweils am 75. Perzentil der gemessenen Besuche. Labortests und Messwerte realer Besucher erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

Ein Testwert ersetzt keine Bedienprüfung. Vergleichen Sie besonders die wichtigen Einstiegseiten mit dem alten Stand. Wenn das neue große Titelbild die Seite deutlich verlangsamt oder ein Hinweis den Kontaktbutton verdeckt, ist das ein konkreter Punkt für die Überarbeitung.

Quelle: web.dev: Core Web Vitals

Wie läuft der Launch ab?

Vereinbaren Sie einen Termin, zu dem die verantwortlichen Personen erreichbar sind. Halten Sie fest, wer veröffentlicht, wer prüft und wer bei Problemen entscheidet. Sichern Sie den bisherigen Stand und klären Sie, wie eine Wiederherstellung praktisch funktioniert. Bei Formularen, Bestellungen oder Kundendaten muss auch bedacht werden, was mit neuen Eingängen während eines Rückwechsels passiert.

Nach der Veröffentlichung prüfen Sie zuerst die Startseite, wichtige Leistungsseiten, Kontaktwege und Weiterleitungen. Kontrollieren Sie anschließend Bilder, Downloads, interne Links und die Einstellungen für Suchmaschinen. Eine Abnahme der Vorschau ersetzt diese Prüfung der echten Domain nicht.

Dokumentieren Sie Auffälligkeiten mit URL, Gerät und konkretem Verhalten. Ordnen Sie sie nach Auswirkung: Eine fehlende Anfragebestätigung oder eine nicht erreichbare Leistungsseite braucht schneller Aufmerksamkeit als ein kleiner Abstand im Footer. So bleibt der Start handhabbar.

Was wird nach dem Start beobachtet?

Google weist darauf hin, dass sich Rankings während eines Umzugs vorübergehend verändern können. Deshalb ist der Launch kein sinnvoller Zeitpunkt, um aus einzelnen Positionswerten einen Erfolg oder Misserfolg abzuleiten.

Prüfen Sie in den ersten Tagen die Erreichbarkeit und eingehende Anfragen. Vergleichen Sie anschließend regelmäßig die wichtigen Seiten und Suchthemen mit dem dokumentierten Ausgangsstand. Trennen Sie einen technischen Fehler von geringer Nachfrage oder einer geänderten Messung. Wenn Klicks stabil bleiben, aber gemessene Anfragen plötzlich verschwinden, verdient der Kontakt- und Messprozess besondere Aufmerksamkeit.

Halten Sie den Veröffentlichungstermin und größere Folgeänderungen in Ihrer Auswertung fest. Bei wenigen Zugriffen braucht eine Bewertung mehr Zeit. Vereinbaren Sie konkrete Prüftermine und eine Person, die die Ergebnisse einordnet, statt ständig neue Änderungen auf Basis kleiner Schwankungen vorzunehmen.

Quelle: Google Search Central: Veränderungen während eines Website-Umzugs

Was gehört ins Relaunch-Angebot?

Ein brauchbares Angebot beschreibt die Bestandsaufnahme, den neuen Seitenumfang, Inhalte, Gestaltung, Umsetzung und die Prüfung. Klären Sie ausdrücklich, wer alte Adressen erfasst, Weiterleitungen umsetzt, Daten übernimmt und die ersten Wochen nach dem Start begleitet. Diese Arbeit lässt sich nicht zuverlässig aus dem Wort „Relaunch“ ableiten.

Trennen Sie Projektkosten von Hosting, Lizenzen und laufender Betreuung. Der Aufwand hängt unter anderem von Umfang, vorhandenen Inhalten und Schnittstellen ab. Lassen Sie außerdem beschreiben, welche Zugänge und Unterlagen Sie erhalten und wie spätere Änderungen beauftragt werden.

Bei UniWell Digital verbinden wir die Überarbeitung Ihrer Website mit dem Blick auf Inhalte, SEO und den Weg zur Anfrage. Bringen Sie Ihre bestehende Website und die wichtigsten Ziele mit. Gemeinsam klären wir, ob gezielte Verbesserungen reichen oder ein umfassender Relaunch sinnvoll ist.

Häufige Fragen

Braucht ein neues Design auch neue URLs?

Nein. Bestehende, passende Seitenadressen können bleiben. Ändert sich eine Adresse, sollte eine inhaltlich passende Zuordnung und bei einem dauerhaften Umzug eine entsprechende Weiterleitung geplant werden.

Kann ein Relaunch ohne Rankingverluste garantiert werden?

Nein. Eine sorgfältige Vorbereitung reduziert vermeidbare Risiken, garantiert aber keine unveränderten Positionen. Prüfen Sie Inhalte, Technik und Suchdaten vor und nach dem Start.

Wie lange dauert ein Website-Relaunch?

Das hängt von Seitenumfang, Inhalten, Funktionen und Freigaben ab. Ein belastbarer Zeitplan entsteht nach der Bestandsaufnahme und enthält auch Tests, Veröffentlichung und Nachbetreuung.

Muss die Website während des Umbaus offline sein?

Die neue Version kann in einer getrennten Testumgebung entstehen, während der bestehende Auftritt erreichbar bleibt. Der eigentliche Wechsel muss je nach System, Hosting und Datenübernahme gesondert geplant werden.

Was sollten wir zum ersten Gespräch mitbringen?

Ihre bisherige Website, die wichtigsten Änderungswünsche, benötigte Funktionen und vorhandene Auswertungen zu Seiten und Anfragen. Eine Liste der internen Ansprechpartner hilft bei der Planung.

Was als Nächstes wichtig ist

Beginnen Sie mit Ihrer bestehenden Website und drei konkreten Zielen. Wir besprechen, was erhalten bleiben sollte und welche Änderungen sinnvoll sind. Mehr über unsere Webentwicklung oder direkt den Relaunch besprechen.

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